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News

Der Campus-Alltag

Stress, Stress, Stress?!

Den Ruf, eine der entspanntesten Phasen des Lebens zu sein, hat das Studium längst verloren. Eine neue Studie gibt nun gar Grund zur Sorge: Hat das Stress-Level am Campus ein gefährliches Maß erreicht?

Von montags bis freitags auf der Jagd nach ECTS-Punkten, Sprechstundenterminen beim Prof, Skript-Kopien und Erklärungen im Tutorium. On top die vielen Stunden am Schreibtisch, in denen Aufgaben gelöst, Testate vorbereitet oder Manuskripte durchgewälzt werden. Im Hinterkopf ständig die Mietkosten und die Angst, am Ende doch nicht den Job zu ergattern, von dem man träumt …

Viele deutsche Studenten befinden sich im Dauerstress. Und nicht selten erreicht die Arbeitsbelastung dabei einen Grad, der sich zu hoch anfühlt und es oft auch ist. Zu diesem Ergebnis kommt eine frisch veröffentlichte Studie des Lehrstuhls für Marketing der Universität Potsdam und des Lehrstuhls für Marketing und Business Development der Universität Hohenheim im Auftrag des Bundesverbandes der AOK. Damit steht fest: Die Zunahme psychischer Belastung in vielen Bereichen der Gesellschaft hat auch die Campuswelt erreicht.

Erschöpft, gehetzt und ständig unter Druck

Demnach fühlen sich 50 Prozent aller deutschen Studenten permanent unter Druck gesetzt, erschöpft oder gehetzt. „Es ist vor allem der Stress, der durch Zeit- und Leistungsdruck sowie die Angst vor Überforderung entsteht“, erklärt Studienleiterin Prof. Dr. Uta Herbst von der Universität Potsdam. Tatsächlich ist das Belastungsgefühl, das sich vor allem durch Schlafstörungen, Konzentrationsschwierigkeiten und Lustlosigkeit äußert, von Studenten scheinbar sogar größer als der von Beschäftigten in der Arbeitswelt.

Als Gründe dafür nennt die Studie auch die gestiegenen Anforderungen an den Unis sowie die allgemeine Arbeitsbelastung im Hochschulalltag. Aber auch die Erwartungen an die eigene Person machten vielen zu schaffen.

Ferner zeigt die Studie: Studentinnen macht der Stress mehr zu schaffen als ihren männlichen Kommilitonen, Studenten an staatlichen Universitäten leiden mehr unter dem Druck als Studenten an privaten Hochschulen und Bachelor-Studenten fühlen sich gehetzter als Studenten, die auf einen anderen Studienabschluss zusteuern. Studenten mit Nebenjob hingegen sind erstaunlicherweise nicht gestresster als ihre Kommilitonen.

Reagieren

Trotz der alarmierenden Zahlen, macht die AOK-Studie auch deutlich: Die große Mehrheit der Studenten hat für sich einen Weg gefunden, mit dem (neuen) Stressgefühl umzugehen – „ein wichtiger Lernprozess (...) der auch ein stückweit zu einem Studium dazugehört“, wie Martin Litsch, der Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbandes, findet. „Denn schwierige Situationen und Zeitdruck werden die jungen Menschen auch in ihrem späteren Berufsleben bestehen müssen." Wer Probleme hat, dem stehen an deutschen Hochschulen zahlreiche Beratungsangebote der Studienberatungen zur Verfügung. Tendenz: steigend!